Was bringt ein Balkonkraftwerk? ► Welche Leistung und Einsparung?!
Was ein Balkonkraftwerk wirklich bringt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Vielleicht stellst auch Du Dir die Frage, welche Leistungen ein Balkonkraftwerk bringt und welche Einsparungen damit zu erzielen sind? Wenn Du Dich auch fragst und vielleicht gerade mit dem Gedanken spielst, eine Mini Solaranlage für die Steckdose zu kaufen, dann bist Du bei diesem Blogbeitrag genau richtig. Aber Vorsicht: Eine Pauschalantwort auf Deine Fragen kann nicht gegeben werden, dafür können wir Dir aber wichtige Anhaltspunkte geben, ob ein Balkonkraftwerk in Deiner individuellen Situation wirklichen Nutzen bringt.
Was bringt ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk bringt gerade kleinen und mittleren Haushalten eine Entlastung im Grundverbrauch. Vor allem der Stand-by Verbrauch lässt sich damit abfangen. Unter Idealbedingungen kann ein 800-Wp-Balkonkraftwerk bis zu 800 kWh Strom im Jahr erzeugen. Unter Berücksichtigung der derzeitigen Preise für eine Kilowattstunde Strom bringt ein Balkonkraftwerk bis zu 192 Euro Kostenersparnis jährlich. Jedoch nur unter der Voraussetzung einer optimalen Aufstellung und der passenden Leistung. Daher solltest Du beim Kauf auch die technischen Vorgaben nicht unbeachtet lassen. Im Großen und Ganzen ist eine Mini PV Anlage mit Stecker aber eine gute Lösung, um die derzeitigen ansteigenden Energiekosten etwas zu senken.
Welche Werte beschreiben die Leistung, die ein Kraftwerk bringt?
Die maximale Leistung, die ein Balkonkraftwerk unter Standardbedingungen bringt, wird in Kilowattpeak (kWp) angegeben. Oft ist in diesem Fall auch von Nennleistung die Rede. Der Peak ist dabei die potenzielle Spitzenleistung einer Anlage. Nach einer Pi-mal-Daumen-Regel für unsere Breitengrade kannst Du die Peakleistung (kWp) einer PV-Dachanlage mit dem Faktor 1000 bis 1200 multiplizieren und Du erhältst den ungefähren Stromertrag in Kilowattstunden, den das Balkonkraftwerk im Jahr bringt. Demnach kann eine 300 Wp-Anlage (0,3 kWp) etwa 300 Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit sind wir schon beim nächsten wichtigen Wert, der verrät, wie viel Leistung ein Balkonkraftwerk bringen kann: die Kilowattstunde (kWh). Diese benennt den tatsächlich möglichen Stromertrag. Der Wert muss jedoch nicht der Nennleistung entsprechen. In die oben genannte Pi-mal-Daumen-Rechnung fließen übliche Werte für Neigung der Anlage, Ausrichtung, Sonnenstunden und vieles mehr ein. Weil Balkonkraftwerke oft senkrecht hängen und nicht immer ideal ausgerichtet sind (ideal sind Südost oder Süden), liefern sie in der Regel einen etwas geringeren Stromertrag als PV-Dachanlagen.
Zum Schluss gibt es noch den Modulwirkungsgrad. Das ist das Verhältnis der nutzbaren Energie verglichen mit der eingesetzten Energie, dem Sonnenlicht. Der aktuelle Wirkungsgrad von Solarzellen liegt bei ungefähr 20 %.
Welche Balkonkraftwerke sind überhaupt erlaubt?
Welche Faktoren beeinflussen den Ertrag?
Möchtest Du ein Balkonkraftwerk kaufen, sind die technischen Angaben allein nicht ausschlaggebend dafür, was das Balkonkraftwerk bringt. Viel eher dienen diese Werte als Anhaltspunkte, die durch zusätzliche Faktoren mehr oder minder stark beeinflusst werden können. Das sind:
- Größe der Solarmodule
- Leistung
- Die Region, in der Du lebst (geografische Lage).
- Der Standort beziehungsweise die Ausrichtung.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren bringt ein Balkonkraftwerk mit den seit 2024 erlaubten 800 Wp im Durchschnitt etwa 750 bis 800 Kilowattstunden im Jahr. Dabei spielt vor allem die geografische Lage eine entscheidende Rolle – ist doch die Strahlungsintensität der Sonne in Deutschland von Region zu Region verschieden.
Grundsätzlich kannst Du in Süddeutschland von einer Kilowattstunde (kWh) pro Watt-Peak des Balkonkraftwerks im Jahr ausgehen. In Norddeutschland ist der Wert wegen der geringeren Sonnenscheindauer geringer. Des Weiteren bestimmt auch die Qualität der Module, wie viel Jahresertrag an Strom das Balkonkraftwerk wirklich bringt. Über die Lebensdauer betrachtet, sind die Effizienz- und Ertragseinbußen sehr gering. Sie liegen unter 0,5% im Jahr.
Mit anderen Worten: Bei einem Balkonkraftwerk solltest Du lieber eine höherwertige Anlage kaufen.
Welche Kosteneinsparung bringt ein Balkonkraftwerk?
Wie hoch die Kosteneinsparung ist, die ein Balkonkraftwerk bringt, ist grundsätzlich vom Standort und der Ausrichtung der Mini PV-Anlage abhängig. Bei einer optimal ausgerichteten Anlage mit 800 Wp kann der Stromertrag jedoch durchaus bei 800 kWh im Jahr liegen. Idealerweise könntest Du auf diese Art etwa 240 Euro im Jahr einsparen (bei einem Netzstrompreis von 30 ct/kWh, den wir hier noch relativ niedrig angesetzt haben). Aber leider ist die Welt nicht immer ideal.
Die elektrische Grundlast eines Durchschnittshaushaltes liegt bei 200 bis 500 W. Elektrische Verbraucher, die immer laufen, sind Kühlschränke, WLAN-Router und elektrische Steuerungen von Heizungssystemen. Grundsätzlich bedeutet ein Balkonkraftwerk, dass ein Großteil des gewonnenen Sonnenstroms direkt wieder verbraucht werden kann. Das ist bei PV-Dachanlagen, die um den Faktor 10 größer dimensioniert sind, nicht der Fall. Allein mit der Grundlast kommst du schon auf etwa 80 % Eigenverbrauch. Denke daran, dass nicht immer die Sonne scheint, und dass bei bewölktem Himmel, der Kühlschrank schon die gesamte Leistung abnimmt.
Aber auch bei Sonnenschein kannst Du den Eigenverbrauch steuern. Das ist der Wert an selbst erzeugtem Strom, der von Dir direkt selbst verbraucht wird. Diesen Anteil kannst Du aktiv mitgestalten, in dem Du beispielsweise stromintensive Hausarbeiten wie Waschen oder Kochen dann erledigst, wenn das Mini Solargerät Strom erzeugt. Dafür ist es natürlich hilfreich, zumindest gelegentlich tagsüber zuhause zu sein.
Beispielrechnung – Das bringt ein Balkonkraftwerk
Unter Berücksichtigung des Eigenverbrauchs und den 800 kWh jährlich, kannst Du rund 640 kWh Strom im Jahr einsparen (640 kWh/ Jahr x 80 % Eigenverbrauch).
Damit reduziert sich Dein Stromverbrauch beim Netzbetreiber um 640 kWh. Bei einem Preis von 30 Cent/ Kilowattstunde bringt das Balkonkraftwerk eine Ersparnis von 192,- Euro im Jahr. Ausgehend von der Lebensdauer einer Mini Solaranlage für die Steckdose von rund 25 Jahren kannst Du damit bis zu 4.800 Euro Deiner Stromkosten einsparen. Natürlich unter Modellbedingungen. In dieser Rechnung wurden keine Preissteigerungen berücksichtigt. Je nachdem, wie sich der Strommix entwickelt, kannst Du sogar tendenziell damit rechnen, dass die Einsparungen mit den Jahren aber noch größer werden – aufgrund der steigenden Strompreise.
Übrigens: 1.000 Kilowattstunden Sonnenenergie, die pro Quadratmeter Fotovoltaik im Schnitt jährlich möglich sind, entsprechen ungefähr 100 Liter Heizöl oder 100 Kubikmeter Erdgas.
Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk?
Das hängt von den Anschaffungskosten ab. 800-Wp-Balkonkraftwerke gibt es bereits ab 200 Euro zu kaufen. Du kannst für höherwertige Anlagen aber auch das Doppelte ausgeben. Angesichts der Einsparpotenziale kannst Du ruhig ein höherwertiges und teureres Balkonkraftwerk kaufen. Denn das Geld hast Du nach spätestens drei Jahren wieder drin.
Tipp: Es gibt Kommunen, die bieten spezifische Förderungen für Balkonkraftwerke an. Mach Dich dich einfach vor Ort kundig. Jeder Euro, den Du gefördert bekommst, verkürzt die Amortisationszeit.
Das bringt ein Balkonkraftwerk im Haushalt?
Im Haushalt hilft ein Balkonkraftwerk vor allem dabei, den Verbrauch der Geräte im Stand-by von den Stromkosten abzukoppeln. Der Stand-by-Verbrauch von typischen Haushaltsgeräten liegt bei:
- 4 Watt für den Radiowecker
- 15 Watt für die Stereoanlage
- 15 Watt für den Computer
- 5 Watt für das Telefon
- 3 Watt bei der elektrischen Zahnbürste
- 5 Watt entfallen auf das Handyladegerät
- 7 Watt verbraucht der Router
Damit das Balkonkraftwerk aber auch genügend benötigte Leistung bringt, solltest Du auf die richtige Größe beim Kauf achten.
Wie groß muss ein Balkonkraftwerk sein, damit es genügend Leistung bringt?
Bei Solargeräten mit Stecker, die zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf aufgestellt werden, sollte die erzeugte Strommenge unter dem Basisbedarf liegen. Denn auch bei Abwesenheit benötigen der Kühlschrank oder Router immer etwas Strom. Die Richtwerte für die Leistungsgröße von Balkonkraftwerken für den Verbrauch in den eigenen vier Wänden sind:
- 250 bis 400 Watt bei einem 1 bis 2 Personen Haushalt
- 500 bis 900 Watt bei einem 3 bis 4 Personen Haushalt
Damit ist der Grundbedarf einer Großfamilie mit nur einer Mini PV Anlage für die Steckdose nur fast gedeckt. Denn die Leistung, die ein Balkonkraftwerk maximal erbringen kann, liegt in Deutschland ja mittlerweile bei 800 W.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Kurze Antwort: Fast immer. Ein Balkonkraftwerk bringt in den allermeisten eine erhebliche Entlastung bei der Stromrechnung. Die Anschaffungskosten werden nach zwei bis drei Jahren spätestens durch die Einsparungen kompensiert.
